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Beuys über das Lachen
"Ihr lacht mir zuwenig. Das ist für mich ein Zeichen, dass ihr es nicht ernst meint. Wo ist das große homerische Gelächter, das ihr dem großen Gelächter entgegenzusetzen hättet, welches hinter jedem Ding (hinter jedem Stein) über euch lacht? Das Lachen der großen negativen Geister. Das bringt sie zu einem furchtbaren Erschrecken, wenn ihr lacht. Das können sie nicht ertragen: einen lachenden Menschen." Joseph Beuys 1958, handschriftlich auf einem kleinen Zettelchen
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12 11 "Im Gespräch" - Michael Klaus & Jürgen Kramer
> Teil 3 > Teil 4 Am 3. Mai 2008 besuchte Jürgen Kramer den Schriftsteller Michael Klaus in dessen Wohnung in Gelsenkirchen-Buer. Das von Hartmut Hering moderierte Gespräch kreiste um künstlerische Werdegänge, die Sinnfrage, die Bedeutung der Kunst für Individuum und Gesellschaft, sowie die Situation der Zeit in der westlichen Welt und Gelsenkirchen im Besonderen. Ich war damals als Kameramann der Gelsenkirchener Geschichten mit dabei und erlebte das Aufeinandertreffen zweier Temperamente, das des bedingungslosen Romantikers Jürgen Kramer und das des gelassenen Pragmatikers Michael Klaus. Wem ist man mehr zugeneigt? Ich für meinen Teil schwanke zwischen beiden Positionen, bin mal mehr auf der einen, mal mehr auf der anderen Seite. Indes nimmt die Thematik an Aktualität nur immer noch zu. Dieser Film der Gelsenkirchener Geschichten war lange Zeit online nicht mehr verfügbar. Warum? Zu Anfang und Ende werden jeweils ein paar Takte einer alten Jazzaufnahme eingespielt, die aufgrund ihres Alters gemeinfrei ist. - Was die großen Musikkonzerne jedoch nicht daran hindert, Filme wie diesen dennoch zu melden und so seine Sperrung zu erreichen. :-/
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12 11 Ausrufezeichen
Gedanken an einem schweren Tag.
Was ist der Weg durch das Leben? Ist es zielführend von "Ziel" zu sprechen? Welche Haltung führt weiter? Was habe ich hier geschrieben: KLICK? Nähere ich mich dem? Ach, watt wär datt schön, wenn ich hier auch ma ein Satz mit Ausrufezeichen beenden könnte! Vielleicht, nein, bestimmt ist es das! Ausrufezeichen! Exclamare! Ich erinnere mich, dass ich als Kind stets gerne Ausrufezeichen gezeichnet habe. Ich kritzelte ja ohnehin ständig in meinen Schulheften herum, bisweilen, aber glücklicherweise nur selten, vom Lehrkörper gerügt. Kritzel, kritzel, kritzel! Das war Grundlage für vieles. Blättere ich heute in meinen alten Heften, dann interessiert mich nicht die Bohne, was wir damals durchgenommen haben; mein Auge sucht allein nach diesen kleinen Männchen und Bildergeschichten etc. ;-) Und Ausrufezeichen gestaltete ich besonders gern in verschiedensten Formen mit kleinen dekorativen Elementen darin, wenn möglich gleich noch in Farbe. Auf eine gewisse Weise war mir damals viel deutlicher, was ich tat. Hier sind mal wieder ein paar: ![]() Ausrufezeichen!
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12 11 Das offene Grab
Heute vor einem Monat starb Jürgen Kramer. In der Rückschau ist es, als habe er einfach plötzlich aufgehört zu sprechen. Und nach einer kurzen Phase der Aufmerksamkeit ist auch das öffentliche Echo wieder verstummt. Alles geht seinen alltäglichen unaufhaltsamen Gang - eben genau jenen, gegen den Jürgen sich stets auflehnte, und dem er mit teils drastischen Bildern und Worten flammend gegenübertrat: lebende LeichenWer spricht weiter? Spricht er weiter? Provokant war Jürgen bis zuletzt. Als er mich im September diesen Jahres beauftragte, einen neuen Katalog mit seinen Bildern zu layouten, legte er als erstes das Titelbild fest: "Grab 2" aus dem Jahre 2011. Ich schrieb per Mail: Hallo Jürgen, Auf diesem "Alternativ-Entwurf" hatte ich das Bild "Schwalben" von 2009 ganzseitig ins Format gesetzt und den Titel weiß hineingeschrieben. Doch Jürgens Antwort kam prompt: Lieber Jesse, Das Grab - sein Programm. Er wußte - wie immer - genau, was er wollte. Auch Johannes Stüttgen wies in seiner Trauerrede auf dieses Titelbild hin: ... Jürgen Kramer hat kontinuierlich, ja bis zuletzt Gräber gemalt, durch all die Jahre bis zum letzten – das letzte Grab ist auf seinem letzten Heft „Grab 2“ 2011, auf dem Deckel abgebildet, also noch in diesem Jahr gemalt. Und wenn man ganz genau hinschaut, über dem Grab mit der Schaufel links in dem Erdhaufen, dann sieht man da weiße, ganz leichte weiße Flügel. Das offene Grab - war es schon sein eigenes? Unweigerlich denkt sich dieser Gedanke. Aber gewußt hat er doch sicher nicht, dass es schon so bald soweit sein würde? Wie der obige Mailwechsel dokumentiert, war er nach wie vor "unterwegs". Und offensichtlich stand das Grab bei ihm ja ohnehin für etwas ganz anderes. Vielleicht gar mehr für das Leben als für den Tod? Ob man nun Johannes Stüttgens Bild von Jürgen Kramer als desjenigen "der den Tod ununterbrochen versucht hat zu ergreifen, der sich auf ihn eingelassen hat, so, daß es fast unvergleichbar ist" zustimmen will, bleibt jedem selbst überlassen. Ich will an dieser Stelle auch an Joseph Beuys erinnern, der sagte: "Der Tod hält mich wach." Jürgen hatte den Druck seines letzten Kataloges durch den Verkauf des Bildes "Königin" finanzieren können. Er betrachtete das schmale Heft im guten Sinne als Werbung für sich und seine Arbeit; deshalb gab er es kostenlos ab und legte es teilweise sogar zur Mitnahme aus, z.B. im Geschäft eines befreundeten Optikers in seiner Nähe. Vor diesem Hintergrund denke ich, ich handele in Jürgens Sinne, wenn ich seine letzten "Malereien" nun auch online zur Verfügung stelle. Der Katalog kann hier als PDF heruntergeladen werden. Ich wünsche viel Freude daran. juergen_kramer_-_malereien_2009-2011 (pdf, 1,081 KB) ![]()
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